Die Stilfser Joch Strasse

Die Strecke:
Die Gesamtlänge der Stilfser-Joch-Strasse beträgt 49,24 km,
Entfernung von Spondinig bis zur Passhöhe 27,45 km
Entfernung von Bormio bis zur Passhöhe 21,79 km
Kehren von Spondinig aus: 48
Kehren von Bormio aus: 34
Mindestbreite 5 Meter.
Maximale Steigung: 11% Steigung.
Höhenunterschied zwischen Spondinig und Passhöhe (2758 m):1900
Höhenunterschied zwischen Bormio und Passhöhe: 1500
Im Internet: www.stelviobike.com
Webcams: Stilfser Joch
Quellen: Wikipedia und Das Buch: Die Stilfser Joch Strasse, Athesiadruck Bozen, ISBN 88-8266-082-6

Die Geschichte:
Als 1808 zwischen dem Königreich Italien und Bayern ein Handelsvertrag geschlossen wurde, dachte man ernsthaft an den Bau der Stilfser Joch Verbindung für den überregionalen Handelsverkehr nach.
1818 wurden, durch ein Dekret des Kaisers Franz I. eine Kommission, bestehend aus obersten Militärs und Zivilbeamten, eingesetzt. In einer Rekordbauzeit von nur fünf Jahren wurde die Stilfser Joch Strass, ein Meisterwerk der Ingenieursbaukunst, realisiert.
Durchwegs waren 1000, zeitweise auch 2000 Arbeiter beschäftigt. Sie hatten kaum technische Hilfsmittel zur Verfügung und stellten etwa 10 km in 6 Monaten her.
Die Strasse wurde zu einer wichtigen Verkehrsverbindung zwischen Wien und Mailand. Die Hauptnutzung der lange Zeit „höchsten Strasse Europas“ war dem Tourismus vorbehalten, da Militärkolonnen mit schwerem Gerät die Passstrasse kaum passieren konnten.
Postkutschen brauchten damals zwischen Mailand und Mals 34 Stunden.
Seide, Wein, Tuche, Leinenzeug und Luxusgüter wurden wöchentlich nach Deutschland geliefert, Käse, Blei, Bier, verschiedene Stoffe und Geschirr waren Gegenstand der Rückfracht.
Ab 1848 wurde die erste Briefpost von Mailand nach Mals eröffnet.
Lange Zeit konnte die Strasse auch im Winter befahren werden, da man nach 1830 Schneegalerien aus Holz erbaut hatte.
Besonders für den Alpinismus und Tourismus war die Passstrasse ein Magnet. Schutzhütten und Hotels entstanden.
Bald herrschte auf dem Pass reges Treiben und so reichten dem Postmeister Filippo Buzzi die 300 Pferde oft nicht aus, so groß war die Nachfrage nach Postkutschen.
Zwischen 1870 und 1903 wurde für die Instandhaltung der Strasse, Maut kassiert.
Bis 1915 war die Strasse im Winter sogar für Pferdeschlitten passierbar.
1920 wurde der erste Automobiltransport eingerichtet.
1922 passierten 176 Lastfuhrwerke, 182 Personenfuhrwerke, 2692 Autos , 15 Lastautos und 213 Motorräder den Pass. Das Geschwindigkeitslimit lag damals bei 15 km/h
Die Passstrasse wurde immer wieder ausgebaut und saniert. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Strasse asphaltiert.

Der Erste Weltkrieg:
1912 wurden im Bereich Kleinboden oberhalb Trafoi Maschinengewehrstände, Infanteriekampflinien, armierte Batterien, Magazine und Unterkunftsgebäude errichtet. Hinter dem Stilfser Joch entstand auf 2720 Meter die „Kampfanlage Goldsee“. Die Reste der armierte Batteriestellung können heute noch besichtigt werden.
Den Österreichern gelang es gleich zu Beginn des Ersten Weltkrieges den Monte Scorluzzo (3094 m) zu erobern. Die Gefahr eines Einbruchs der Italiener über das Joch konnte dadurch gebannt werden. Vom Stilfser Joch über die Hauptkette der Ortlergruppe zum Langenfernerjoch und von diesem weiter über den Cevedale bis hin zur Punta San Matteo bezogen Österreicher und Italiener ganzjährig besetzte Stellungen.
Einen entscheidenden Vorteil verschafften sich die Österreicher indem sie als erste auf dem Ortler und Königsspitze Gipfelstellungen einrichteten. Die Italiener hingegen konnten durch ihre Stellungen die Stilfser Joch Strasse kontrollieren, auf der die Österreicher ihren Nachschuf abwickelten.

Sport:
Das Stilfser Joch wurde erst nach dem Ersten Weltkrieg als Skigebiet entdeckt. 200 Skilehrer boten damals ihre Dienste an.
Das erste Autorennen in Österreich führte 1898 über das Stilfser Joch, damals erreichten die Automobile eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Knapp 37 Minuten benötigte der Sieger 1926 für die 27 km lange Strecke. Gestartet wurde in 10 Minuten Abständen. 1932 gewann der bekannte Rennfahrer Hans Stuck.
Radsportlegenden wie Fausto Coppi, Bernard Hinault, sowie der später wegen Doping überführte Marco Pantani schrieben auf dem Stilfser Joch Radsportgeschichte. 8 mal passierte der Giro d’Italia den Pass. Zweimal musste die Königsetappe jedoch wegen Lawinengefahr und Schneefall gestrichen werden.
Ein mal im Jahr, ende August wird die Strasse für den motorisierten Verkehr gesperrt. 2003 konnten so fast 5000 Radbegeisterte die Passstrasse hinaufradeln.
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